Tipps zur Alarmtherapie

Mother and little girl  having  time together

Liebe Eltern,

man hat bei Ihrem Kind die Diagnose „Enuresis“ gestellt und für diese

Form des Bettnässens eine Therapie mit einem Bettnässeralarmgerät

empfohlen. Die Erfolgsquote bei der richtigen Anwendung liegt lt.

Literatur zwischen 70 und 90%.

Das Prinzip beruht auf dem Gedanken, dass das Kind geweckt wird,

sobald die ersten Tropfen in der Hose angelangt sind.

Durch das Erwachen wird der Urinfluss gestoppt und das Kind kann die

Toilette aufsuchen. Das Wecken erfolgt also zum Zeitpunkt des

Harndrangs bzw. des Einnässens. Langfristig soll dadurch ein

Lernprozess in Gang gesetzt werden, der Ihrem Kind ermöglicht trocken

durchzuschlafen oder wach zu werden bevor es zum Einnässen kommt.

Vorbereitung:

Ein Familienmitglied sollte anfangs bei der Therapie mithelfen. Es gehört

zum Problem dieser Diagnose, dass die Kinder extrem schwer zu

wecken sind. Also ist es völlig normal, dass Ihr Kind anfangs trotz

Klingeln nicht wach wird und deshalb braucht es Ihre Unterstützung.

Stellen Sie sich als „Helfer“ darauf ein, dass Sie Ihr Kind 4-6 Wochen

unterstützen müssen. Vor dem zu Bett gehen soll Ihr Kind nochmals die

Toilette aufsuchen. Es soll mit dem Wissen zu Bett gehen: „Meine Blase

ist leer!“

Helfen Sie Ihrem Kind anfangs die „Klingelhose“ richtig anzuziehen.

Üben Sie das nächtliche Wecken in den ersten Tagen, sodass sich die

Familie auf die Situation einstellen kann.

Wecken:

Klingelt das Alarmgerät, muss Ihr Kind so aufgeweckt werden, dass es

alleine in der Lage ist:

- den Alarm abzustellen

- zur Toilette zu gehen (auch wenn das Bett nass ist)

- sich am nächsten Tag an das Klingeln erinnert

Hilfreich zur Überprüfung ist dabei das Vereinbaren von „Codewörtern“

Vor jeder Nacht denken sich das Kind und der Helfer ein neues

Codewort aus (z.B.: Elefantenbaby usw.), dieses Codewort soll dann

nachts beim Aufwecken und morgens nach dem Aufstehen vom Helfer

abgefragt werden.

Loben Sie Ihr Kind für alle Handlungen, die es selbständig durchführt.

Erwarten Sie keinen Erfolg vor Ablauf der 4-6 Wochen.

Ermutigen Sie Ihr Kind einen Wochenkalender zu führen (Trockene

Nacht – Sonne aufmalen; Nasse Nacht – Wolke oder nichts malen).

Führen auch Sie als Helfer Aufzeichnungen und dokumentieren Sie:

- Zeitpunkt des Einnässens

- erfolgreiches Wecken

- Veränderungen

- selbständiges Wachwerden

Verwenden Sie das Alarmgerät weiter, bis Sie mindestens 4 Wochen

trockene Nächte dokumentiert haben.

 

Eventuelle Schwierigkeiten:

Zeigt sich auch nach 4 Wochen kein Erfolg – kontaktieren Sie Ihren Arzt.

Klingelt das Alarmgerät in den ersten Nächten mehrmals, schalten Sie

das Gerät nach dem ersten Einnässen ab. Es würde Ihr Kind

überfordern, mehrmals pro Nacht geweckt zu werden.

Nässt Ihr Kind länger als 14 Nächte mehrmals ein, melden Sie sich bitte bei Ihrem Arzt,

damit das weitere Vorgehen besprechen werden kann (oft ist auch eine

Kombination mit einem Medikament notwendig).

Manchmal kommt es nach ca. 6 Monaten zu einem Rückfall. Verwenden

Sie wieder das Alarmgerät, meist ist das Problem nach einigen Nächten

wieder behoben.

 

Quelle: Clubmondkind Österreich / www.clubmondkind.at

  1. Sonya Bieder

    Ich betreue die ambulante Enuresissprechstunde am Kinderspital in Zürich und arbeite zusammen mit Frau Dr. Bodmer. Auch Patienten die schon verschiedene Versuche mit Therapien hinter sich haben, sind bei mir gut aufgehoben und werden bis sie trocken sind in der Therapie von mir begleitet. Ich bin Pflegefachfrau und Pflegeberaterin Kontinenz am Kinderspital in Zürich mit dem Schwerpunkt Enuresis.

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