Expertenrat vom Netdoktor

Unser Sohn (6 Jahre) nässt nachts meistens ein. Er wacht frühmorgens auf, nachdem er eingenässt hat, da es ihn stört. Wir haben es auch mit einer Klingelhose versucht (bei unserer Tochter hatten wir gute Ergebnisse damit), doch er fürchtet sich vor dem Geräusch und blockt es ab. Wie soll man vorgehen ohne Druck auszuüben? Kann er abends vorm Schlafengehen noch Milch trinken? 

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Bettnässen beschäftigt die ganze Familie

Was tun, wenn ein Kind ein Bettnässerproblem hat? Wie kann man als Eltern Ruhe bewahren? Wie kann man das Geschwisterkind miteinbeziehen und dafür sorgen, dass man beiden Kindern gerecht und die gleiche Aufmerksamkeit zukommen lässt?
Ein paar Tipps und Anregungen gibt’s in diesem Video.

 

Reibereien unter den Kindern

Two Little Kids Playing at Home

«Haha – Florian hat wieder ins Bett gemacht! Er ist ja so ein Baby!» Hänseleien wie diese passieren unter den Kindern schnell einmal. Dass der kleine Florian nach so einer Stichelei am weinen ist, überrascht kaum. Natürlich sind Streitereien unter Kindern ganz normal und gehören zum Entwicklungsprozess dazu. Das weiss jede Familie mit mindestens zwei Kindern. Wenn das betroffene Kind aber Bettnässer ist, kann das negative Folgen des Selbstwertgefühls nach sich ziehen, die vermieden werden sollten.

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Soll ich mein bettnässendes Kind bestrafen?

Ein Kind kann nichts dafür, wenn es nachts einnässt. Diese Einsicht ist entscheidend und sollten Sie sich stets vor Augen halten. Eine Bestrafung ist daher nicht der richtige Weg, das Kind zum Trocken werden zu bewegen. Im Gegenteil, es kann sogar eine negative Wirkung erzielen. Denn das Kind ist bereits genug damit bestraft, dass es Bettnässer ist. Es muss damit umgehen, dass es in der Entwicklung weniger weit ist als die meisten und es merkt dass es damit anders ist. Es fühlt sich unwohl, erwacht regelmässig im nassen Bett und verzichtet wahrscheinlich auch auf soziale Ereignisse wie Übernachtungen bei Freunden oder in Klassenlagern. Viele dieser Einschränkung sind bereits Bestrafung genug und sollten von den Eltern entsprechend verständnisvoll behandelt werden.

Unterstützung, Verständnis und ein offener Dialog bringen daher weit mehr als Bestrafungen. Helfen Sie ihrem Kind, zu lernen mit dem Bettnässen umzugehen. Suchen Sie gemeinsam Lösungen und Therapien, wie es das nächtliche Einnässen überwinden kann. Mit der richtigen Unterstützung von Ihnen und der Hilfe von Fachleuten können Sie die Chancen erhöhen, dass das Kind trocken wird. Und auch wenn es zu dem kleinen einen Prozentteil gehört, der nie trocken wird, können Sie ihm helfen zu lernen, damit umzugehen. Dabei ist vor allen Dingen entscheidend, das Bettnässen für das Kind zu enttabuisieren und dabei hilft eine Bestrafung am wenigsten.

“Hauptsächlich schwierig war es in Ferienlagern, welche wir immer gerne besuchten”

Erinnerungen als Schwester eines Mädchens mit Reifungsverzögerung der Blasenkontrolle, ca. 20 Jahre später:

Zugegebenermassen sind die Erinnerungen über die Enuresis meiner jüngeren Schwester nur sehr schwach vorhanden und hauptsächlich aus der Altersspanne 9-11 Jahre, da wir dann in ein neues Haus umgezogen sind. An was ich mich noch konkret erinnern kann ist, dass meine Mutter vielleicht mehrmals wöchentlich, jeweils morgens das Fixleintuch meiner Schwester, sowie die wasserfeste Unterlage darunter waschen musste. Sie hat das ohne grosse Diskussionen gemacht, manchmal wusste man aber nicht, ob dies sie verärgert hatte. So schien sie doch etwas besorgt um die verzögerte Reifung der nächtlichen Blasenkontrolle ihrer Tochter. Auf Windeln wurde bewusst verzichtet, da dies dem Trainings-Effekt dienen sollte. Dies habe ich als Kind nicht immer ganz verstanden, da ich mir das als Mühsam vorgestellt habe, so viel zu Waschen. Auch an die Spuren auf der Daunenwäsche konnte ich mich erinnern, so dass ich froh war, mein eigenes Duvet und Zimmer zu haben. Aber schlussendlich ist es ja auch nicht immer und in unregelmässigen Abständen passiert, welche immer grösser wurden.

Als sie jünger war, kann ich mich kaum mehr erinnern. Hauptsächlich schwierig war es in Ferienlagern, welche wir immer gerne besuchten. Da musste ich dann auch mal helfen die Windeln im Schlafsack zu verstecken oder auf unangenehme Fragen zu antworten. Aber da es ja in jedem Schullager ein Kind mit diesem Problem gab, merkte man dann auch, dass man nicht alleine ist.

Irgendwann waren die nächtlichen Feuchtphasen vorbei und eigentlich kann ich nicht mal mehr sagen, wann es dann soweit war. Darüber haben wir nämlich nie gesprochen!

Erfahrungen teilen heisst helfen

Auf dem ‘Schlaf gut’ Blog können Sie Tipps und Ratschläge weitergeben und damit anderen Betroffene eine wertvolle Unterstützung werden. Mit welcher Methode hatten Sie Erfolg? Durch klicken auf diesen Beitrag können Sie Ihre Kommentare mit der Blog-Community teilen.

Nasses Bett? Ruhe bewahren!

Mutter und Tochter am Laptop

Bettnässen ist für niemanden, der betroffen ist einfach. Weder für das Kind noch für die Eltern. Das Kind muss damit umgehen, dass es in seiner Entwicklung anders ist als die Geschwister oder Freunde. Für die Eltern bedeutet es neben den Sorgen um Ihr Kind vor allem noch mehr Arbeit. Regelmässig wacht das Kind in einem nassen Bett auf, was einen Haufen Wäsche an Bettanzügen, Laken und Pyjamas bedeutet. Und das in der Regel mitten in der Nacht. Da ist es nicht immer einfach, die Nerven zu behalten. Den besten Müttern passiert in solchen Momenten schon mal ein Ausruf im Affekt. Dennoch ist es wichtig, Ruhe zu bewahren, denn das Kind kann nichts dafür, dass es nachts einnässt.

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Wie Sie Ihr bettnässendes Kind unterstützen können

Mother and little girl  having  time together

Eltern bettnässender Kinder fühlen sich oftmals hilf- und ratlos. Sie möchten ihrem Kind helfen, das Problem des nächtlichen Einnässens zu überwinden und probieren verschiedene Methoden, die leider nicht immer alle zum Erfolg führen. Denn Bettnässen kann sich von Kind zu Kind unterschiedlich auswirken. Deshalb ist es wichtig, dass sich Eltern mit dem Thema auseinandersetzen und das Kind auf sämtlichen Ebenen unterstützen. Hier möchten wir Ihnen einige einfache Tipps geben, die Sie dabei anwenden sollten:

Informieren sie sich: Nehmen Sie Bettnässen ernst und informieren Sie sich ausführlich darüber. Im Internet gibt es mehrere hilfreiche Plattformen, die sich mit dem Bettnässen befassen und viele Informationen und Erfahrungen liefern (z.B. www.kinderkönig.ch  und www.bettnaessen.ch)

Wie ihr Kind empfindet: Versuchen Sie Ihr Kind zu verstehen. Fragen Sie nach, wie es sich fühlt und sprechen Sie offen mit ihm darüber. Dabei sollten Sie das Thema nicht künstlich aufblasen und ihm mehr Gewicht verleihen als das Kind dies tut.

Sprechen sie darüber: Ein Kind das von Bettnässen betroffen ist, soll sich nicht fragen müssen, ob es mit seinen Eltern darüber sprechen kann oder Angst davor haben. Gehen Sie offen mit dem Thema um und zeigen Sie Ihrem Kind, dass es mit Ihnen reden kann. Versuchen Sie Bettnässen zu enttabuisieren, denn Kinder sind sehr sensibel und Bettnässen kann beim falschen Umgang langfristige Folgen verursachen.

Ermutigen: Unterstützen Sie Ihr Kind im Prozess des Trockenwerdens. Vergessen Sie dabei jedoch nicht, wie wichtig es für ein Kind ist, selber zu lernen und Fortschritte zu machen. Stehen Sie ihm zur Seite, indem Sie es ermutigen, dass es das Bettnässen meistern kann und stellen Sie die notwendigen Rahmenbedingungen sicher.

Sprechen Sie mit Fachleuten: Die erste Anlaufstelle ist der Kinderarzt. Holen Sie bei ihm oder bei anderen Fachleuten wie Urologen und Elternberatungsstellen Rat und Unterstützung. Bei diesen Anlaufstellen können Sie von wertvollen Erfahrungen profitieren und das Kind spürt Ihre Unterstützung.

Weitere Informationen und hilfreiche Links finden Sie unter anderem auf DryNites.ch

 

Biologische Ursachen für das Einnässen

Bei Erwachsenen sollte das Zusammenspiel von Nieren, Blase und Gehirn reibungslos funktionieren. Doch das komplizierte System kann auch aus dem Gleichgewicht geraten. Wenn ein Kind nachts ins Bett macht, kann das in einigen Fällen biologische oder neurologische Ursachen haben. Das Gehirn erhält von der Blasenwand ständig Signale über den Füllungszustand der Harnblase und gibt letztendlich den Befehl zur Harnentleerung. Aber auch die Urinproduktion wird im Gehirn, genauer gesagt in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), geregelt. Nachts schüttet die Hirnanhangsdrüse das Antidiuretische Hormon (ADH) aus, das die Nieren anweist, die Urinproduktion zu drosseln. Deshalb muss man normalerweise nachts nicht auf die Toilette. Es kann allerdings vorkommen, dass der Körper von bettnässenden Kindern nicht genügend von diesem Hormon herstellt, so dass ihre Nieren nachts weiter so viel Urin produzieren wie tagsüber. Das könnte eine der Ursachen für ihr Einnässen sein. Vielleicht reagiert das Gehirn aber auch nicht auf die Signale von der Blase, oder sie wachen von den Signalen nicht auf. In beiden Fällen bemerkt das Kind nicht, dass die Blase voll ist, und entleert sie unwillentlich. Falls das Problem des Bettnässen längers besteht, ist es auf jeden Fall ratsam, einen Kinderarzt aufzusuchen und mit ihm die biologischen Ursachen abzuklären.